Gemeinde Dähre will Leitfaden für erneuerbare Energien überarbeiten lassen
#Bonese / #Dähre – Ein „Leitfaden für erneuerbare Energien“ soll in der Gemeinde Dähre erstellt werden. Das Thema stand zur Beratung und Diskussion auf der Tagesordnung der Ratssitzung am Montag in Bonese. Beraten und diskutiert wurde auch, allerdings teilweise recht kontrovers. Einige Ratsmitglieder halten einen Leitfaden für überflüssig, da inzwischen mehrere Solarpark-Vorhaben bereits angeschoben worden sind und sich dadurch bestimmte Vorgaben wie eine maximale Flächenbegrenzung ohnehin erledigt hätten. Doch zunächst soll der Leitfaden von der Verwaltung der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf überarbeitet und dem Rat erneut vorgelegt werden.
Bürgermeister: Auch Windkraft integrieren
Zunächst wies Ratsherr Helmut Stade darauf hin, dass immer über erneuerbare Energien gesprochen worden sei, nicht nur über Photovoltaik (PV)-Anlagen. Bürgermeister Jan Meine sagte, er halte es für sinnvoll, einen Leitfaden für erneuerbare Energien zu erstellen und die Windkraft zu integrieren. Ein Ratsherr meinte, man sollte auch eine maximale Gesamtfläche für Wald festlegen, die von Projekten beansprucht werden könnten.
„Ich halte von dem Leitfaden nicht viel. Denn dafür ist unsere Gemeinde von der Struktur her zu unterschiedlich. Die Voraussetzungen in den einzelnen Gemarkungen sind so verschieden“, erklärte Ratsherr Klaus Schulz. Zudem sei die Germarkungsgrenze bereits mit einer Anlage, dem Solarpark Schmölau, überschritten. „Die Frage ist: Wollen wir Solarenergie oder wollen wir sie nicht?“, betonte er. Wenn der Rat den Leitfaden beschließen wolle, müsste er komplett überarbeitet werden. Denn in den Richtlinien würde keine Voraussetzung auf die Anlagen in Holzhausen und Schmölau zutreffen.
Meine regte an, man sollte mit Grundsätzen arbeiten und nicht so viel mit Zahlen und konkreten Daten. Zum Beispiel sei eine Bodenwertzahl von 30 nicht das alleinige Kriterium, wie ertragsfähig und fruchtbar eine landwirtschaftliche Fläche sei. „Wir verbauen uns etwas, wenn wir eine konkrete Zahl nennen“, betonte der Bürgermeister. „Warum benötigen wir dann noch einen Leitfaden?“, wollte ein Ratsherr wissen. „Das hatten wir mal besprochen und beschlossen. Der Beschluss liegt vor“, erwiderte Meine.

Schulz sagte, für ihn sei die einzige entscheidende Frage, wie viel Prozent der Gemeindefläche mit Solarparks zugebaut werde. „Wenn wir die Zahl so lassen, also bei zwei Prozent, benötigen wir keinen Leitfaden mehr, oder wir müssen die Zahl erhöhen.“ Dann stellte er den Antrag, den Beschluss zum Leitfaden aufzuheben. Dies schien allerdings in der weiteren Diskussion unterzugehen.
Meine stellte klar, dass es sich beim Leitfaden um ein Rahmenwerk handele. Ratsfrau Kirsten Olms sagte, es gehe bei den Projekten für erneuerbare Energien immer um Einzelfallentscheidungen. In anderen Kommunen würden in den Leitfäden aber ganz konkrete Vorgaben gemacht.
Wichtig: Abstand zur Wohnbebauung
Ein Ratsherr meinte, der Abstand einer Anlage zur Wohnbebauung sei eine wichtige Sache: „Auch wenn es jetzt bei einem Projekt nur 25 Meter sein sollen. Aber das muss nicht noch einmal passieren.“ Ein Ratskollege sagte, die Idee zum Leitfaden käme noch aus einer ganz anderen Zeit, als überall jemand einen Solarpark habe bauen wollen. Die Voraussetzungen könnten sich aber schnell wieder ändern.
Meine schlug vor, eine Arbeitsgruppe zu bilden. Zumindest Ratsfrau Anika Vierke kündigte ihre Bereitschaft zum Mitwirken an. Schließlich beendete der Bürgermeister die Diskussion damit, dass er mitteilte, der Leitfaden gehe in eine weitere Überarbeitungsschleife. „Der überarbeitete Leitfaden wird neu vorgelegt.“
Von CHRISTIAN REUTER
Quellenangabe: Altmark Zeitung vom 30.09.2026, Seite 5
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