Wie wollen wir künftig in Dähre und seinen Ortsteilen leben? Was brauchen wir, um unsere Gemeinde lebenswert zu erhalten und weiterzuentwickeln? Und wie können Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen und Erfahrungen dabei einbringen? Diese Fragen stehen hinter der politischen Absichtserklärung von Bürgermeister Jan Meine zur Fortsetzung des Bürgerdialogs.
Ausgangspunkt ist die seit mehreren Jahren geführte Diskussion über den geplanten Windpark im Schmölauer Forst. Dabei treffen unterschiedliche Erwartungen und Sorgen aufeinander: Chancen für die Finanzierung der Gemeinde und die Energieversorgung stehen Bedenken etwa zum Schutz des Waldes, zum Landschaftsbild und zu den Auswirkungen auf die Menschen vor Ort gegenüber.
Um diese Positionen miteinander ins Gespräch zu bringen, fanden drei aufeinander aufbauende Veranstaltungen statt. Beim zweitägigen Workshop „Dähre 2050“ am 13. und 14. Juni 2026 in Bonese ging es um die Zukunft der Gemeinde insgesamt. Anschließend wurden die Ergebnisse am 26. August im Gemeinderat vorgestellt und diskutiert. Am 19. September folgte eine öffentliche Gesprächsrunde für Bürgerinnen und Bürger sowie Mitglieder des Gemeinderates. Begleitet und moderiert wurde der Austausch von Dirk Neubauer.
Die Gespräche verliefen teilweise kontrovers. Eine gemeinsame Haltung zum Windpark wurde nicht erreicht. Zugleich wurde deutlich, dass viele Fragen über dieses einzelne Vorhaben hinausreichen: Wie stärken wir das Zusammenleben in unseren Ortsteilen? Welche Angebote brauchen junge und ältere Menschen? Wie sichern wir gemeinschaftliche Einrichtungen? Und wie kann Mitgestaltung im Alltag unserer Gemeinde gelingen?
In der Gesprächsrunde am 19. September wurde deshalb vereinbart, den Dialog fortzuführen – unabhängig davon, wie der Gemeinderat über den Aufstellungsbeschluss zum Windpark entscheidet. Bei einer Zustimmung soll der weitere Austausch auch die mögliche Ausgestaltung des Windparks begleiten. Bei einer Ablehnung bleibt die gemeinsame Arbeit an anderen Zukunftsfragen der Gemeinde ebenso wichtig.
**Was bedeutet die Absichtserklärung?**
Mit der Erklärung hält der Bürgermeister fest, dass er sich für einen verlässlichen Austausch zwischen Bürgerschaft und Gemeinde einsetzen wird. Sie beschreibt die Richtung für die weitere Zusammenarbeit. Wie diese konkret organisiert werden kann, soll noch entwickelt und mit dem Gemeinderat beraten werden.
Dabei geht es darum, Ideen aufzunehmen, unterschiedliche Sichtweisen zu hören und nachvollziehbar zu machen, was aus Vorschlägen wird. Nicht jedes Anliegen wird umgesetzt werden können. Zeit, Geld und personelle Möglichkeiten sind begrenzt. Umso wichtiger ist es, gemeinsam Schwerpunkte zu setzen und auch zu erklären, wenn etwas nicht oder erst später möglich ist.
Die Absichtserklärung ist eine politische Erklärung des Bürgermeisters. Sie ersetzt keinen Gemeinderatsbeschluss und nimmt weder die Entscheidung zum Windpark noch spätere Entscheidungen über einzelne Maßnahmen vorweg.
Der weitere Dialog soll Menschen aus allen Ortsteilen offenstehen – ausdrücklich auch jenen, die bisher nicht beteiligt waren. Niemand muss den Windpark befürworten, um sich einzubringen. Unterschiedliche Auffassungen gehören dazu. Das gemeinsame Anliegen ist, die Zukunft unserer Gemeinde mitzugestalten.
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Text: Absichtserklärung
Den Dialog fortsetzen – Dähre gemeinsam gestalten
Politischen Absichtserklärung des Bürgermeisters im Anschluss an die öffentliche Gesprächsrunde vom 19. September 2026 im DGH Bonese.
Die Zukunft unserer Gemeinde geht uns alle an. Die Auseinandersetzung um den geplanten Windpark im Schmölauer Forst hat unterschiedliche Überzeugungen, Interessen und Sorgen sichtbar gemacht. Sie hat zugleich einen Austausch darüber angestoßen, wie wir künftig in Dähre leben wollen und welchen Beitrag wir gemeinsam dazu leisten können.
Mit dem Workshop „Dähre 2050“ am 13. und 14. Juni in Bonese, der anschließenden Aussprache im Gemeinderat und der öffentlichen Gesprächsrunde am 19. September haben wir dafür einen Weg begonnen. Ich danke allen, die sich eingebracht haben, und Dirk Neubauer für die Moderation und Begleitung.
Die Verständigung, diesen Dialog fortzuführen, nehme ich als politischen Auftrag für meine Arbeit als Bürgermeister an. Beteiligung soll in unserer Gemeinde einen verlässlichen Platz erhalten – unabhängig davon, wie der Gemeinderat am 28. September über den Aufstellungsbeschluss zum Windpark entscheidet.
Findet der Beschluss eine Mehrheit, möchte ich den weiteren Austausch über das Vorhaben und seine mögliche Ausgestaltung fortsetzen. Dazu gehören die Auswirkungen auf Mensch, Natur und Landschaft ebenso wie mögliche Vorteile für die Gemeinde und ihre Bürgerinnen und Bürger. Fragen, Einwände und Vorschläge sollen frühzeitig zur Sprache kommen. Die Teilnahme an diesem Austausch setzt keine Zustimmung zum Windpark voraus.
Findet der Beschluss keine Mehrheit, bleibt die gemeinsame Aufgabe bestehen, Perspektiven für Dähre und seine Ortsteile zu entwickeln. Auch dann soll der begonnene Dialog weitergehen: über die Lebensqualität vor Ort, die Zukunft unserer gemeinschaftlichen Einrichtungen, die Handlungsmöglichkeiten der Gemeinde und die Ideen ihrer Bürgerinnen und Bürger.
Mein Ziel ist eine offene und auf Dauer angelegte Kultur der Beteiligung. Menschen aus allen Ortsteilen und mit unterschiedlichen Sichtweisen sollen Gelegenheit erhalten, ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Vorstellungen einzubringen. Dazu gehört auch, diejenigen zu erreichen, die bislang nicht an den Gesprächsrunden teilgenommen haben. Unterschiedliche Auffassungen dürfen bestehen bleiben; entscheidend ist, dass wir respektvoll miteinander sprechen und Argumente ernst nehmen.
Die konkrete Form dieses Austauschs ist noch gemeinsam zu entwickeln. Ich werde hierzu das Gespräch mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Gemeinderat suchen. Dabei sollen wir an das anknüpfen, was bereits entstanden ist, und einen Rahmen finden, der mit den verfügbaren zeitlichen, personellen und finanziellen Möglichkeiten getragen werden kann.
Beteiligung braucht einen nachvollziehbaren Umgang mit ihren Ergebnissen. Deshalb setze ich mich dafür ein, Anregungen und offene Fragen verständlich festzuhalten, an die zuständigen Stellen heranzutragen und über ihren weiteren Umgang zu informieren. Auch wenn Vorschläge nicht weiterverfolgt werden können, sollen die Gründe erkennbar sein. Welche Anliegen Vorrang haben und wer zu ihrer Bearbeitung beitragen kann, gehört ebenfalls in diesen Austausch.
Diese Erklärung nimmt die Entscheidung über den Windpark nicht vorweg. Sie begründet kein neues Entscheidungsgremium und enthält keine Zusage zur Finanzierung oder Umsetzung einzelner Vorhaben. Die Verantwortung der gewählten Gremien und die vorgesehenen Entscheidungsverfahren bleiben gewahrt. Die Ergebnisse des Dialogs sollen als Anregungen und Empfehlungen in die kommunale Arbeit einfließen.
Meine persönliche Haltung zur Windkraft und ihren Chancen für unsere Gemeinde ist bekannt. Ebenso gehört es zu meinem Verständnis als Bürgermeister, unterschiedliche Positionen zusammenzubringen und Mitgestaltung zu ermöglichen. Bürgerbeteiligung hat für mich einen eigenen demokratischen Wert.
Ich werde mich dafür einsetzen, dass der begonnene Austausch über den 28. September hinaus Bestand hat. Die Zukunft unserer Gemeinde verdient unser gemeinsames Nachdenken und Handeln.





