Dahrendorferin Karin Flacke bereitet Quilts für „Wagen & Winnen“ vor

Die Nähnadel kommt bei der Dahrendorfer Stoffkünstlerin Karin Flacke nicht zum Stillstand. Anfang September sind ihre Werke in Salzwedel und bei Festival Wagen & Winnen zu sehen.

Dahrendorf l Jedes Stoffkunstwerk, das Karin Flacke in ihrem Atelier in Dahrendorf „malt“, erzählt eine Geschichte. Momentan taucht sie ganz tief in die Historie ein, versucht, sich mit der Zeit zwischen 1100 und 950/60 vor der Zeitenwende zu beschäftigen. „In dieser Zeit lebte David“, begründet sie ihr Interesse.

Karin Flacke arbeitet an einem Quilt über König David und Batseba, die er begehrte. Da Seide sehr empfindlich ist, hat sie den Umgang mit der Nähmaschine auf einem anderen Stück geübt. Foto: Anke Pelczarski VOLKSSTIMME

Salzwedels Kirchenmusikdirektor Matthias Böhlert habe sie angesprochen, ob sie sich vorstellen könne, eine fortlaufende Ausstellung über König David zu gestalten, die in der Katharinenkirche gezeigt werden könnte. „Das mache ich gern“, erzählt sie lächelnd.

Multitalent in Musik und Politik

Doch bevor Karin Flacke die Ideen auf Stoff umsetzt und ihre Quilts fertigt, kommt erst einmal die Beschäftigung mit dieser Zeit und mit den Menschen von einst. Zu jener Zeit sei Saul ein wohl guter und interessanter König gewesen. Ihm sei es gelungen, sein Reich mit seinem Heer zu vergrößern. Doch als die Gegner mit Eisenschwertern angriffen, konnte er nichts mehr gegensetzen und habe seine Söhne und sich getötet. Nun kam David ins Spiel, der Heerführer am Hof von Saul gewesen sei. Nach dessen Tod habe er im Verborgenen ein Heer aufgebaut. „Mit Geschick hat er es geschafft, das Land zu verteidigen, zu vergrößern und Festungen zu bauen“, sagt die Dahrendorferin. David sei quasi ein Multitalent gewesen: Er habe ebenso Harfenmusik und Psalme hinterlassen.

Und doch sei er nicht unumstritten gewesen: Denn er habe aus heutiger Sicht Ehebruch begangen. David habe den Hetiter Urija an die Front geschickt, von der dieser nicht zurückkehrte, sich dessen Frau Batseba zum Weibe genommen und deren ehelichen Söhne hinrichten lassen. „Diese Geschichten möchte ich gern in einer Quiltserie darstellen“, erzählt Karin Flacke. Die erste Arbeit, eine Darstellung von David und Batseba, sei schon im Werden. Diesmal arbeite sie mit Seide, einem sehr anspruchsvollen Material.

Zarter Stoff erfordert Präzision

„Auf anderem Stoff habe ich das Nachzeichnen von Linien mit der Nähmaschine schon einmal geübt. Denn auf dem zarten Stoff muss das alles klappen, die Nadel richtig geführt werden“, sagt sie.

Auch an der „Straße der Romanik“ arbeite sie noch. Die Ausstellung zu diesem Thema solle ab dem Tag des offenen Denkmals, 9. September, in der Alten Münze in Salzwedel gezeigt werden. Dort werde sie im Frühjahr 2019 zudem eine Gemeinschaftsschau mit ihrer Quilt-Kollegin Erika Beetz aus Dresden präsentieren.

Und zuvor sind noch einige Flacke-Kunstwerke in der ehemaligen Kaserne in Dahrendorf zu sehen. Dort wird sie einen Raum für das Festival Wagen und Winnen gestalten.

Es gebe viel zu tun, mache aber immer noch einen riesigen Spaß, erzählt die mittlerweile 82-Jährige. Und irgendwie werden die Ideen auch nicht weniger, fügt sie mit einem schelmischen Schmunzeln hinzu.

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