Dährer Rettungsschwimmer machen sich fit für den Einsatz in der Corona-Zeit

Wie kann man im Notfall in der Corona-Zeit Erste Hilfe leisten? Mitglieder der Ortsgruppe Dähre der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) erhielten im Waldbad Tipps.

Jan Peter Herz (rechts) erklärte den Rettungsschwimmern der DLRG-Ortsgruppe Dähre, wie eine Beatmungsmaske funktioniert.
Foto: Anke Pelczarski VOLKSSTIMME

Von Anke Pelczarski VOLKSSTIMME

Dähre l Etwa zehn Rettungsschwimmer sorgen im Waldbad Dähre dafür, dass sich Schwimmer und Nichtschwimmer sicher fühlen können. Das sagt Bürgermeister Bernd Hane stolz. „Die jungen Leute helfen vorrangig an den Wochenenden und abends. Schließlich haben sie noch einen Job“, fügt er hinzu. Andere würden an den Nachmittagen zur Verfügung stehen.

200 Gäste dürfen gleichzeitig ins Wasser

Gegenwärtig seien während der Öffnungszeiten immer zwei Rettungsschwimmer im Einsatz. „Wir müssen auf die vorgeschriebenen Abstände achten, die durch die Corona-Pandemie einzuhalten sind. Ab und zu müssen wir auch mal daran erinnern“, schildert Bernd Hane. Momentan dürfen etwa 850 Besucher aufs Gelände und rund 200 gleichzeitig in die drei Becken. Der Ein- und Ausgang seien getrennt, sodass die Möglichkeit des Begegnens geringer werde.

Doch was ist, wenn einem Gast plötzlich geholfen werden muss? Denn eine Mund-zu-Nase-Beatmung ist derzeit nicht erlaubt. Dazu gebe es sogenannte Beatmungsbeutel, erklärt der Bürgermeister, der selbst Rettungsschwimmer ist. „Wir haben je zwei für Erwachsene und Kinder von der DLRG-Materialstelle zur Verfügung gestellt bekommen“, sagt er. Doch wie funktionieren sie? Das erklärt Jan Peter Herz den freiwilligen Helfern. „Eigentlich heißt es momentan, pumpen, bis der Arzt kommt. Damit Sauerstoff in die Lunge gerät“, erklärt der junge Mann. Unter „Pumpen“ sei die Herzdruckmassage zu verstehen. Der Beatmungsbeutel könne zusätzlich genutzt werden. Am Dummy demonstriert er, wie dieser richtig aufgesetzt wird.

„Jeder ist zur Hilfeleistung verpflichtet, aber ohne sich selbst in Gefahr zu bringen“, sagt DRK-Rettungssanitäter Michael Seeger auf Nachfrage der Volksstimme. Wichtig sei, in den ersten zehn Minuten nach dem gesundheitlichen Ereignis zu reagieren. So sei die Chance groß, dass dem Patienten geholfen werden könne. „Es gibt auch sogenannte Beatmungsmasken, die an den Schlüsselanhänger passen. Aber die Handhabung ist kompliziert, das muss trainiert werden“, merkt Michael Seeger, der zugleich Ausbilder ist, an. Tipps würden er und sei- ne Kollegen dazu gern geben.

Zurück nach Dähre: Die Rettungsschwimmer sehen sich den Beatmungsbeutel an, probieren seine Handhabung an der Puppe aus. „Es ist schon wichtig, dass jeder weiß, wie es funktioniert“, sagt Jan Peter Herz. Er gibt sein Wissen gern weiter. Weiß er doch, dass damit auch seine Rettungsschwimmer-Kollegen in Dähre fit für den Notfall gemacht werden. „Unsere Lizenzen sind erst einmal für diese Saison verlängert worden. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten wir noch keine Wiederholungsprüfungen ablegen“, sagt Bernd Hane. Alle zwei Jahre müsse das Können unter Beweis gestellt werden, damit weiterhin im Waldbad Dienst getan werden könne. Die Tests würden jetzt wieder anlaufen.

„Wenn die Saison beginnt, rufen wir uns immer wieder in Erinnerung, dass wir eine verantwortungsvolle Tätigkeit übernommen haben, und das ehrenamtlich. Denn wir sorgen für Ordnung und Sicherheit in unserer Freizeitstätte“, betont der Bürgermeister. Durch die aktuelle Lage sei noch eine weitere Aufgabe dazu gekommen: Jeder müsse beim Reinigen und Desinfizieren mit zupacken, damit das Virus keine Chance hat, sich zu verbreiten.

Bernd Hane ist auch froh, dass der Gemeinderat grünes Licht gegeben hat, dass eine neue Chlorungsanlage gekauft werden konnte. „Dadurch gelingt es, den Chlorgehalt konstant zu halten. Das gibt auch während der Corona-Zeit etwas Sicherheit“, erklärt er. Der Dährer Bürgermeister hofft auf viele sonnige Tage mit sommerlichen Temperaturen, damit Jung und Alt einen Ausflug ins Waldbad unternimmt. Auch mit genügend Abstand lässt es sich gut erholen. Zumal das Schwimmen förderlich für die Gesundheit sei, meint er. Das 50-Meter-Schwimmerbecken biete dazu ideale Bedingungen.

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