Sportverein feiert zwei Tage lang das 100-jährige Bestehen / Das Kicken wird wieder zum Leben erweckt

Das Erzählen mit Urgesteinen wird das Wichtigste zur 100-Jahr-Feier des Sportvereins Schwarz-Weiß Dähre 1919 sein. Dazu gibt es beim Fest, das Mitte Juni stattfindet, ein kurzweiliges Programm.

Das Foto zeigt eine Dährer Fußballmannschaft zu Zeiten der Vereinsgründung vor 100 Jahren. Es soll versucht werden, die Namen der Abgebildeten herauszufinden. Foto: Sportverein

Dähre l Amtsgerichtsrat Dr. Heinz Schnöckel und Lehrer Struwe hatten die Idee, einen Fußballclub in Dähre zu gründen. Das war im Jahr 1919. Seitdem steht das Kicken in der altmärkischen Gemeinde hoch im Kurs.

Und da es 100 Jahre später immer noch zu den Lieblings-Sportarten im Ort gehört, soll der runde Geburtstag groß gefeiert werden: mit einem Sportfest am 14. und 15. Juni. „Wir erhoffen uns damit eine Initialzündung. Denn ein paar Jahre war das Fußballspielen in Dähre etwas eingeschlafen“, erzählt Jens Hamer, seit Anfang 2018 Vorsitzender des Vereins Schwarz-Weiß Dähre 1919. Im Vorjahr sei das Training mit dem Nachwuchs wieder begonnen worden. Waren es anfangs fünf Kinder bis acht Jahre, die Lust am Spiel mit dem Leder hatten, so seien es derzeit elf, die regelmäßig trainieren. Für diese wird es am 15. Juni ein besonderes Erlebnis geben: Dann werden sie ihr erstes Spiel vor (hoffentlich) großem Publikum absolvieren und gegen Altersgefährten aus Diesdorf spielen.

Spiel gegen Traditionself aus Wolfsburg

Auch die Erwachsenen trainieren schon fleißig. Denn die Dährer Auswahl will gegen die Traditionsmannschaft des VfL Wolfsburg, in der unter anderem Roy Präger mitspielen wird, möglichst gut bestehen. „Wir werden wohl Sauerstoff brauchen. Denn 90 Minuten auf dem Feld, das wird ganz schön anstrengend“, merkt Jens Hamer augenzwinkernd an. Die Vorfreude sei jedenfalls riesig auf den Vergleich.

Die Fußballfete, merkt der Vorsitzende an, werde zum Großteil von Harald Heuer gesponsert. „Weil ich bekloppt bin und ein Herz für den Fußball habe“, begründet der Dährer sein Engagement für den Verein.

Harald Heuer (von links), Willi Leiding, Klaus-Dieter Jegg, Jens Hamer und Christian Schnöckel tauschten sich in gemütlicher Runde auf dem Sportplatz über den Fußball in Dähre aus. Foto: Anke Pelczarski VOLKSSTIMME

Einst, so erinnert sich Willi Leiding, zwischen 1966 und 1996 zweiter Chef an der Seite von Ludolf Schnöckel, sei auf dem alten Sportplatz am Nipkendeyer Weg gespielt worden. „Der Platz war so uneben. Das war der Vorteil für uns“, erzählt Klaus-Dieter Jegg, der 13 Jahre lang für die Dährer als rechter Verteidiger gekickt hat und dabei keine gelbe Karte gesehen habe, wie er stolz anmerkt. „Wir wussten, wo der Ball hinspringt, wenn er an bestimmten Stellen aufkam. Das wussten die Gegner nicht“, fügt der Dährer augenzwinkernd hinzu. Zu DDR-Zeiten seien die Fußballer mit dem Fahrrad zum Spiel auf der Flora in Salzwedel gefahren, erzählt Willi Leiding. Einer habe keinen Drahtesel gehabt. „Wir haben uns beim Fahren abgewechselt, der übrige ist gelaufen. Da brauchten wir keine Erwärmung mehr“, sagt er schmunzelnd.

Ende der 1980er Jahre sei der neue Sportplatz am Waldbad gebaut worden. Mit ganz viel Eigeninitiative, schildert Willi Leiding. Dort sei in den 1990er Jahren auch ein besonderer Lauf gelungen: Von der 2. ging es in die 1. Kreisklasse und dann in die Bezirksliga. „Wir sind 14 Spiele ohne Gegentor geblieben“, weiß der Senior noch, der sagt, dass er durch den Verein jung geblieben sei. 2008 sei die Fußballsparte nach Langenapel ausgelagert worden, trat als Spielgemeinschaft Wa/La/Dä (für Wallstawe/Langenapel/Dähre) an, berichtet Jens Hamer. Zehn Jahre später der Versuch der Wiederbelebung. „Ich bin überzeugt davon, dass es hier Potenzial gibt“, sagt der Vorsitzende. Doch ohne Spielgemeinschaften werde es künftig auch nicht gehen. Der Platz am Waldbad biete optimale Bedingungen fürs Fußballspiel. Die GbR Dähre und die Gemeindearbeiter Eduard de Beurs sowie Lutke Schnöckel hätten mitgeholfen, dass auf diesem wieder gespielt werden könne, bedankt er sich.

Er freut sich beim Sportfest auf Gespräche mit Fußball-Urgesteinen wie Heinz Schramm und Horst Dorn, die viele Jahre als Trainer und Betreuer aktiv gewesen sind. Und er hofft, dass das Spiel mit dem Lederball wieder auflebt. Mit dem Zelluloid-Ball wissen die Dährer bereits jetzt umzugehen: Die Tischtennisspieler sind als Sieger der Kreisklasse Nord in die 2. Kreisliga aufgestiegen.

Pin It on Pinterest

Share This