
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
da es viel Aufregungen und Falschaussagen zu dem Vorhaben gibt, möchte ich Ihnen meine Sichtweise und Argumente für die Windräder erläutern und bitte Sie, diese Informationen anhand von seriösen Quellen nachzuprüfen.
Initiatoren
Ich bin mit meiner Firma „Beendorf’sche Land- und Forstwirtschaft GmbH“ größter Grundeigentümer im Forst Schmölau und habe 54 Nachbarn, vorrangig wohnhaft im direkten Umfeld, auf die Errichtung eines Windparks angesprochen. Die große Mehrheit der ortsansässigen Waldbesitzer steht dem Projekt positiv gegenüber. Meine Rolle liegt in der Gründung eines solidarischen Verpächterpools mit vielen Eigentümern. Wir hätten unsere Flächen auch an einen großen Windparkentwickler verpachten können, hätten dann aber keinen wirklichen Einfluss auf die Gestaltung gehabt. Ich habe mit meiner Firma „Lüder“ im ersten Schritt die notwendige Bauleitplanung finanziert und begleitet. Im zweiten Schritt suche ich über mein Unternehmen einen kapitalstarken Partner, der die hohen Investitionen und den langfristigen Betrieb absichert.
Fazit: Die Initiatoren sind keine Finanzinvestoren, sondern die Grundeigentümer.
Standort
Im Rahmen der gesetzlichen Öffnung der Wälder für Windräder wurde der Forst Schmölau nach Vorprüfung von der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark (34 Vertreter der Landkreise, z. B. Landräte, Bürgermeister, usw.) inklusive der landwirtschaftlichen Flächen am Waldrand vor Schmölau und bis zur Grenze nach Niedersachsen als grundsätzlich geeignet (Potentialgebiet) eingestuft. Das war der Auslöser für die Initiative. Die Nutzung des Grünlandes am „Grünen Band“ und am „Füstmoor“ sowie der landwirtschaftlichen Flächen direkt vor Schmölau halte ich jedoch für nicht optimal. Die armen Sandböden mit den Kiefernkulturen im Schmölauer Forst eignen sich eindeutig besser. Durch die Einschaltung von Gutachtern bereits in 2024 wurde diese Meinung bestätigt. Auch aus Respekt vor den Bewohnern von Schmölau und den anderen Orten haben wir uns in den Forst „zurückgezogen“. Wir halten einen über die gesetzlichen Anforderungen hinaus erhöhten Abstand insbesondere zur Ortschaft Schmölau ein. Ich empfehle Ihnen dazu als Lektüre auch den beiliegenden Leserbrief zu dem Thema „Wald ist nicht gleich Wald“.
Fazit: Der Standort im Schmölauer Forst ist aus ökologischen Gründen und aufgrund der höheren Abstandsflächen zu den Dörfern der beste Standort.
Größe
Zu keinem Zeitpunkt waren 41 Windräder im Forst Schmölau realistisch und geplant. Die sogenannte Potentialfläche mit der maximal möglichen Anzahl sah 41 Windräder vor. Durch die gutachterlichen Untersuchungen von Fachleuten hat sich diese potentielle Anzahl um 16 Windräder drastisch reduziert, im „Diesdorfer Teil“ vermutlich auf ca. 11 Windräder und im „Dährer Teil“ auf ca. 14 Windräder. Im Rahmen einer detaillierten Potentialkartierung im Vorfeld der gesetzlich notwendigen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-Gesetz) wurden wertvolle Lebensräume (z.B. Füstmoor, Grünes Band, Brutstäten usw.) als Standorte bereits im Vorfeld 2024 ausgeschlossen.
Fazit: Die von der Bürgerinitiative plakativ dargestellte „Bedrohung“ durch 41 Windräder ist falsch, es werden maximal 25. Eine gesetzlich vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung sorgt dafür, dass nur solche Standorte genehmigt werden, die für die Tier- und Pflanzenwelt unbedenklich sind.
Brandgefahr
Für Windräder im Wald waren schon immer automatische Abschalt- und Löschvorrichtungen vorgeschrieben, die bei sich anbahnender Brandgefahr (Messfühler für Temperatur und Strom) die Anlage automatisch abschalten. Dies geschieht so zuverlässig, dass es in Deutschland noch nie einen durch Windräder ausgelösten Waldbrand gab.
Fazit: Die Waldbrandgefahr ist durch die technischen Vorkehrungen nahezu vollkommen gebannt und Bilder von durch Windräder ausgelöste Waldbrände sind Fälschungen.
Klimaschutz
Windräder sind positiv für den Klimaschutz. Ein einziges Windrad spart so viel CO2 ein, wie die gesamten Bäume des Schmölauer Forstes aufnehmen und wie 70 Mio. km Autofahrten erzeugen. Wir brauchen sie deshalb, damit die Klimaveränderung nicht mit immer dramatischer werdenden Extremweterereignissen (Starkregen, Starkstürme, Überschwemmungen, Dürren, Waldbrände) unsere Wälder zerstört.
Fazit: Windräder fördern den Klimaschutz, egal, ob man daran glaubt oder nicht.
Abholzung
Für ein Windrad werden maximal 1,0 ha Waldfläche benötigt, die im Vorfeld im Umfeld als Auflage mindestens 1:1 aufgeforstet werden müssen. Windräder werden nur auf Schadflächen (durch Schädlingsbefall abgestorbene Waldstücke) oder auf ökologisch kritischen Monokulturen angelegt. Wir reden bei ca. 25 Windrädern im gesamten Waldgebiet (Diesdorf und Dähre) über maximal 25,0 ha Abholzung. Das bestehende Wegenetz wird zum großen Teil nur ausgebaut und dient dann in der Zukunft zusätzlich der Forstwirtschaft und dem Tourismus. Im Übrigen ist der Wald durch den Klimawandel bereits ernsthaft geschädigt (80 % der Bäume sind laut aktuellem Waldzustandsbericht der Bundesregierung bereits geschädigt und die Kronenverlichtungen dieser Bäume zeigen das begonnene Absterben an). Ein Wald, wie der Schmölauer Forst ist nur durch einen Waldumbau, weg von Kiefernmonokulturen, hin zu resistenteren Baumarten (insbes. Laubhölzer) dauerhaft zu stabilisieren. Diesen Waldumbau habe ich bereits vor Jahren begonnen. Infolge der Trockenheitsausfälle durch die Klimaveränderung bedarf die Fortführung des Waldumbaus aber der Einnahmen aus der Pacht von Windrädern. Auch ich bin nicht mehr bereit, die Verluste aus der Forstwirtschaft zu tragen.
Fazit: Wir verlieren keinen Quadratmeter Wald und die Auswirkungen betreffen bei einer Gesamtgröße des „Schmölauer Forstes“ von ca. 1.200 ha nur 2,0 % dieser Fläche.
Finanzielle Auswirkungen
Es geht letztendlich um die Abwägung der Vor- und Nachteile von Windrädern im Schmölauer Forst. Die Gemeinde Dähre befindet sich in einer katastrophalen Finanzsituation. Der gesamte Haushalt der Gemeinde beläuft sich nur auf ca. 1.500.000, – € jährlich. Der Gemeinderat kann nur noch über ca. 300.000, – € Liquidität im Jahr frei verfügen für 1463 Einwohner und 17 Dörfer. Gerne erwähne ich die Gemeinde Schipkau als positives Beispiel im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Früher war Schipkau ein Standort für Braunkohleabbau und ist heute eine erfolgreiche „Energie-Kommune“. Durch die Einnahmen aus erneuerbaren Energien ist die Gemeinde aufgeblüht. Wie sollen die Infrastruktur, die Vereine, die Dorfgemeinschaftshäuser, die Kindergärten, die Schulen, die Straßen usw. in der Zukunft finanziert werden, wenn nicht durch diese Einnahmen? Anspruchsberechtigt sind die Gemeinden im Umkreis von 2.500 Metern um die Mastmite einer Windenergieanlage. Da mehrere Gemeinden anspruchsberechtigt sind, erhalten die Gemeinden anteilig die Einnahmen. Aus dem gesamten Windpark im „Schmölauer Forst“ erhält nur die Gemeinde Dähre allein gemäß gesetzlichem Zahlungsanspruch jährlich ca. 588.806 € für 20 Jahre, danach 50 %. Somit erhöht sich die freie Liquidität von aktuell ca. 300.000, – € (Haushaltsplan) auf ca. 888.800, – € im Jahr. Dies entspricht +196 %.
Neu ist die gesetzliche Zweckbindung von 50% der Einnahmen in den direkt betroffenen Dörfern, die nach dem neuen Beteiligungs- und Akzeptanzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt nicht in irgendwelchen Kreis- und Verbandsgemeinde-Umlagen „verschwinden“ dürfen. Als Maßnahmen sind u. a. aufgeführt:
- Aufwertung von Ortsbild und ortsgebundener Infrastruktur
- Förderung kommunaler Veranstaltungen, sozialer Aktivitäten oder Einrichtungen, die der Kultur, Bildung, Freizeit usw. dienen
- Direktzahlungen an die Bürger!
- Errichtung und Sanierung kommunaler Gebäude (z.B. Kindergärten, Schulen, Feuerwehr, Freibäder, Dorfgemeinschaftshäuser usw.)
Hinzu kommen die Gewerbesteuereinnahmen ab dem 14. Jahr, die verpflichtend zu 90 % an die Gemeinde Dähre zu zahlen sind. Bei durchschnittlich ca. 30.000 € jährlich pro Windrad ergibt das eine Zusatzeinnahme von ca. 420.000 € jährlich für die Gemeinde Dähre in der Zukunft.
Garantierte Einnahmen gemäß Beteiligungs- und Akzeptanzgesetz des Landes Sachsen- Anhalt über 30 Jahre:
| 20 Jahre | 588.806 € | 11.776.120 € |
| 10 Jahre (50 %) Einnahmen aus Gewerbesteuer (ab ca. dem 14. Jahr) | 294.403 € | 2.944.030 € |
| 17 Jahre | 30.000 € / Windrad / 14 Anlagen | 7.140.000 € |
| Insgesamt | 21.860.150 € |
Die Kritiker werden die noch nicht erfolgte Rechtskraft des Beteiligungs- und Akzeptanzgesetzes in Sachsen-Anhalt anführen. Nach direkter Rücksprache mit dem Ministerium wird damit im 3. Quartal 2025 gerechnet. Außerdem gibt es ohne das Gesetz halt keine Baugenehmigungen. Die Berechnungsgrundlagen werden gern der Gemeinde im Detail offengelegt.
Fazit: Letztendlich ist Windkraft keine Bedrohung, sondern eine Chance für die Menschen der Gemeinde Dähre. Von den mehrheitlich nicht einheimischen Gegnern habe ich im Schmölauer Forst noch niemanden gesehen, der für den Waldumbau Bäume, Biotope und Hecken gepflanzt hat.
Windräder im Schmölauer Forst sind für den Erhalt des Waldes notwendig und dienen der Finanzierung der wichtigsten Zukunftsvorhaben der Gemeinde. Sie sind positiv für den Klimaschutz und tragen damit zur Rettung unserer Arbeitsplätze, unseres Wohlstandes, unserer Gesundheit, unserer Natur und unserer Lebensgrundlagen bei. Ernsthafte Negativwirkungen gibt es, bis auf die Sichtbelästigung, nicht.
Entgegenstehende Behauptungen basieren im Wesentlichen auf Falschaussagen. Davon kann man sich im Internet durch das Studium seriöser Quellen überzeugen.
Wir als Waldbesitzer im Schmölauer Forst schlagen vor, dass wir uns auf die o.g. Fakten besinnen und gemeinsam um bestmögliche Lösungen für uns, unsere Natur und unsere Kinder und Enkel ringen.
Ich bin selbst seit 24 Jahren als Waldeigentümer vor Ort und der Hof in Höddelsen ist meine 2. Heimat. Ich persönlich finde Windräder auch nicht schön und habe die Abschaltung der Atomkraftwerke nicht verstanden. Unter Abwägung der ökologischen und insbesondere finanziellen Argumente hoffe ich wie die große Mehrheit der ortsansässigen Grundeigentümer auf die Windräder auch in der Gemeinde Dähre. In der Zukunft werden keine Finanzmittel mehr zur ordentlichen Pflichterfüllung der Gemeinde zur Verfügung stehen und die Gestaltungsmöglichkeiten maßgeblich einschränken. Wie sollen das Waldbad, die Friedhöfe, die Feuerwehren, die Schulen, die Dorfgemeinschaftshäuser, die Sportanlagen usw. ansonsten unterhalten werden?
Auch wenn die Abstimmung über das Bürgerbegehren vom Land Sachsen-Anhalt leider untersagt wurde, möchte ich mit diesen Zeilen dazu beitragen, in einen sachlichen und nicht emotionalen Dialog zu treten. Die Wahl einer neuen Bürgermeisterin oder eines neuen Bürgermeisters wird letztendlich für die politische Entscheidung im Gemeinderat mitentscheidend sein. Also ist die Wahl am 28.09.2025 mehr als richtungsweisend für die Gemeinde.
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

Impressum: Beendorf’sche Land- und Forstwirtschaft GmbH
Weinberg 65
31134 Hildesheim
Telefon 05121-1670-51
eMail: abromeit@beendorfsche.de
Geschäftsführer: Sebastian Lüder
Sitz der Gesellschaft: Diesdorf-AG Stendal HRB 22759

Erwiderung zum Artikel „Maximal 25 Anlagen sind möglich“ in der Volksstimme vom 19.09.2025
Bürgerinitiative Keine Windkraftanlagen im Schmölauer Forst

Bürgerinitiative „Keine Windräder im Schmölauer Forst“ lädt zu aufrichtigem Dialog ein
Leider ist Sebastian Lüders Schreiben, entgegen der Behauptung im heute erschienenen Artikel, noch nicht bei den Einwohnern der Gemeinde Dähre angekommen.
Die Bürgerinitiative widerspricht der Schönfärberei zum Windindustriepark Schmölauer Forst. Herr Lüder sucht nicht den Bürgerdialog. Seine Rolle liege „in der Gründung eines solidarischen Verpächterpools“. Die „große Mehrheit“ der 54 Nachbarn, die er befragt habe, geben natürlich nicht die Meinung der ca. 1200 wahlberechtigten MitbürgerInnen wieder.
Herr Lüder hatte und hat reichlich Möglichkeiten, in das Gespräch zu gehen, sei es am Runden Tisch, der alle 2 Wochen stattfindet oder an den Veranstaltungen, die durch die BI organisiert wurden. Die Gegenseite wurde dort auf jeden Fall vermisst.
Dass ein demokratisch eingereichtes Bürgerbegehren auf Weisung einer übergeordneten Behörde blockiert wird, ist ein Tiefschlag für die kommunale Selbstverwaltung. Der Bürgerentscheid muss stattfinden dürfen – sonst bleibt das demokratische Prinzip auf der Strecke.
Anstelle in einen offenen Bürgerdialog zu gehen, wird versucht, die Kommune weiter zu spalten mit Geldversprechen (580.000 jährlich für Diesdorf und/oder Dähre?) sogar noch über die 20 Jahre subventionierte Laufzeit hinaus. Herr Lüder verspricht sogar 50% der vorherigen Beteiligungssumme, obwohl mittlerweile jedermann weiß, dass Windkraftanlagen nach 20 Jahren stillgelegt werden, weil die Subventionen ablaufen. Vielleicht bekommt die Gemeinde ja sogar die Windkraftanlagen geschenkt? Und darf sich dann um den Rückbau kümmern? Wie großzügig!
Herr Lüder bleibt in Allem unklar. Wer sind die Investoren? Wer nimmt den Strom ab? Gibt es schon Einspeisegenehmigungen? Was ist mit den versprochenen Wärmenetzen und Speichern? Wie sehen die Möglichkeiten für Bürgerbeteiligungen aus?
Gerne treten wir in „einen sachlichen Dialog“. Mit wem soll die BI sprechen, wenn Herr Lüder lediglich der Initiator eines Windparks sein möchte? Die finanzielle Seite wird dann doch wohl mit den Investoren ausgehandelt werden müssen.
Wir als Bürgerinitiative stellen klar: Die Mehrheit in unserer Gemeinde lehnt den Windpark im Schmölauer Forst ab und selbst in der Gemeinde Diesdorf gibt es Widerstand auch in der direkten Nachbarschaft der Beendorf‘schen Land- und Forstwirtschaft. Leider sind die Unterschriftenlisten immer noch nicht ausgewertet, weil es dazu wohl keine Anweisung gab und das Papier nun in einer Schublade beim Bauamt vergilbt.
Es geht nicht nur um finanzielle Versprechen, sondern um eine massive Veränderung unserer Landschaft, unsere Heimat und das Recht auf demokratische Mitbestimmung.
Herr Lüder würde einwenden, dies sind Emotionen. – Aber ist der Wunsch nach einer dicken Brieftasche nur vernunftgesteuert?
Mit Erstaunen nehmen wir zur Kenntnis, mit welcher Selbstverständlichkeit im Artikel „Maximal 25 Anlagen sind möglich“ ein massiver Windpark im Schmölauer Forst als legitim, sinnvoll und bereits gesellschaftlich akzeptiert dargestellt wird und es sogar schon diverse Gutachten gibt. Von Transparenz kann man in dieser Geschichte definitiv nicht sprechen, wir nennen es mittlerweile den Dährer Krimi.
Wir fordern eine Rückkehr zu demokratischer Transparenz und echter Beteiligung. Die Gemeinde Dähre muss sich der Frage stellen dürfen: „Wollen wir diese Industrieanlagen in unseren Wald – ja oder nein?“
Und das muss in einem Bürgerentscheid geschehen – nicht durch Schriftwechsel zwischen Investoren, Behörden und Gemeinderat hinter verschlossenen Türen.
Bürgerinitiative „Keine Windräder im Schmölauer Forst“
Dähre, am 19.09.2025

