Die vier Bewerber um den Bürgermeister-Posten in der Gemeinde #Dähre haben sich in einem vollen Boneser Dorfgemeinschaftshaus den Einwohnern vorgestellt.
#Bonese. „Es ist großartig, dass wir eine Wahl aus vier Bewerbern haben“, sagte Anika Vierke, amtierende Ortschefin der Gemeinde Dähre, zu Beginn der Vorstellungsrunde der Kandidaten, die sich am 28. September zur Wahl als Bürgermeister stellen. Der Saal im Boneser Dorfgemeinschaftshaus war am Dienstag voll. Die Bewerber nutzten die Gelegenheit, um sich vorzustellen und die Fragen der Einwohner zu beantworten.

Neu war für einige Besucher der Auftritt von Emelie Walcher, die für Die Partei antritt, die durch Satire auffällt und es damit bis ins Europaparlament geschafft hat. „Wenn Politiker Satire machen, dürfen Satiriker auch Politik machen“, sagt Walcher. Ihre Kandidatur hat jedenfalls schon jetzt für Unterhaltung gesorgt.
In erster Linie ging es aber während der Vorstellungsrunde um Inhalte. Ein Thema, das mehrfach angesprochen wurde, waren erneuerbare Energien und der geplante Windpark im Schmölauer Forst – der aktuell großen Kontroverse in der Gemeinde. Anka Paggen, Initiatorin des Bürgerbegehrens gegen die Anlage, sprach sich selbstredend gegen das Projekt aus. Auch Emelie Walcher will lieber auf Energie-Genossenschaften setzen und nur bereits versiegelte Flächen mit PV-Anlagen bebauen.
„Privat bin ich großer Freund von erneuerbaren Energien. Wir brauchen diesen Strom. Ich bin ganz klar pro Windkraftanlagen“, machte Jan Meine deutlich. Er begründete seinen Standpunkt auch damit, dass die Gemeinde finanziell auf die Einnahmen angewiesen sei, um Mittel für die aktive Gestaltung zu haben. Jan Meine habe sich Gemeinden angeschaut, die mithilfe der Einnahmen aus Windkraft in Abstimmung mit den Bürgern gemeinsam Projekte realisieren konnten, die ohne diese Erträge nicht möglich gewesen wären.
Michael Olms sieht das anders. „Die Zahlungen können nur das i-Tüpfelchen im Haushalt sein. Das ist keine sichere Einnahmequelle“, meinte er. Er verwies darauf, dass er als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf allen Gemeinden Leitfäden als Grundlage zur Verfügung gestellt habe, damit die Kommunen den Ausbau erneuerbarer Energien in geordnete Bahnen lenken können. „Dähre hat das abgelehnt. Das rächt sich jetzt“, erklärte Michael Olms. Diesen Leitfaden wolle er noch einmal zum Thema machen, wenn er gewählt werden sollte. „Windkraft gehört nicht in den Wald“, sagte er mit Blick auf den geplanten Windpark. Zu Solarparks erklärte Michael Olms, dass diese für ihn bei einer Bodenwertzahl von mehr als 30 keine Option seien. Außerdem prangerte er den Wildwuchs der Anlagen an. „Wir können nicht unkontrolliert Strom produzieren. Es kann kein Strom mehr abgeleitet werden. Aktuell machen wir den zweiten vor dem ersten Schritt“, erklärte Olms.
Immer wieder war die finanzielle Situation der Gemeinde Thema. Alle Bewerber sind sich der schwierigen Lage bewusst. Jan Meine will unter der Überschrift „Wirtschaft & Wir – Gemeinsam für Dähre“ regelmäßige Treffen mit Gewerbetreibenden, Handwerkern und Landwirten organisieren, um Probleme schnell zu registrieren und lösen zu können, um die lokale Wirtschaft zu stärken.
Verwaltungs-Experte Michael Olms sieht die Situation nüchtern und erklärte, dass die Gemeinde die Wirtschaft nur begleiten könne, dies aber auch tun müsse. Anka Paggen fügte hinzu, dass sie versuchen würde, die Schaffung von Wirtschaftskreisläufen innerhalb der Gemeinde zu fördern.
Quelle: Volksstimme vom 28.08.2025 Von Marco Heide
