Dährer Bürgermeister fordert Transparenz, Beteiligung und Mitgestaltung
#Bonese / #Dähre – Dähres Bürgermeister Jan Meine hat sich in der jüngsten Ratssitzung zum Thema Beteiligung der Bürger an der Kommunalpolitik der Gemeinde geäußert. Er schlägt dem Rat die Einrichtung von Beiräten zu ausgewählten Themenfeldern und die Prüfung eines beratenden Ausschusses vor.

Solche Beiräte könnten dazu dienen, Sachverstand, Erfahrungen und Perspektiven aus der Bürgerschaft, aus Vereinen, aus den Ortsteilen und aus dem Ehrenamt stärker einzubinden. Denkbar sind für den Bürgermeister Beiräte etwa zu Fragen des Dorflebens, der Jugend, des Ehrenamtes, der Senioren, der Zukunft des Waldbades, der wirtschaftlichen Entwicklung oder der erneuerbaren Energien.
Entscheidend sei dabei: Ein Beirat ersetze nicht den Gemeinderat und treffe keine abschließenden politischen Entscheidungen. „Aber er kann beraten, vorbereiten, Themen bündeln, Empfehlungen geben und damit die Arbeit des Gemeinderates qualifizieren“, stellt Meine klar.
Verantwortung bleibe beim Gemeinderat
Ein beratender Ausschuss könnte seiner Ansicht nach eine Brücke zwischen Gemeinderat, Verwaltung und engagierter Bürgerschaft bilden. Er könnte Themen strukturiert aufnehmen, vorberaten und dafür sorgen, dass gute Ideen nicht im Ungefähren bleiben, sondern in geordnete politische Beratungswege gelangen. Auch dabei gelte: Die Verantwortung bleibe beim Gemeinderat. Aber Beratung und Beteiligung könnten besser organisiert werden.
Der Bürgermeister wolle aber keine falschen Erwartungen wecken. Beteiligung bedeute nicht, dass am Ende immer alle einer Meinung sind. Und auch nicht, dass jedes Anliegen automatisch beschlossen werden kann. „Kommunalpolitik bleibt an Recht, Haushalt, Zuständigkeiten und praktische Umsetzbarkeit gebunden“, betont Meine. Aber Beteiligung bedeute, dass Menschen frühzeitiger einbezogen werden, dass Entscheidungen besser erklärt werden, dass Argumente sichtbar werden und politische Verantwortung transparenter ausgeübt wird.
Gerade in einer Gemeinde mit 17 Ortsteilen sei das von besonderer Bedeutung. Es müssten Wege gefunden werden, die unterschiedlichen Perspektiven aufzunehmen: aus den größeren und kleineren Ortsteilen, von Jung und Alt, von Vereinen, Feuerwehr, Landwirtschaft, Handwerk, Familien, Ehrenamtlichen und Menschen, die vielleicht bisher kaum in Erscheinung getreten sind. Beteiligung dürfe nicht nur die erreichen, die ohnehin schon nah an der Kommunalpolitik sind. Sie müsse auch niedrigschwellige Zugänge schaffen.
Daraus ergebe sich für den Bürgermeister ein kommunalpolitisches Programm in drei Schritten: Transparenz, Beteiligung und Mitgestaltung. Beim Thema Transparenz sollen die Bürger besser verstehen können, worüber beraten wird, welche Spielräume es gibt und wo Grenzen liegen. Transparenz sei die Voraussetzung für Vertrauen.
Arbeitsgruppen, Beiräte, runde Tische
Beim zweiten Schritt Beteiligung sollen Formate geschaffen werden, in denen Fragen, Ideen und Kritik frühzeitig aufgenommen werden können – nicht erst dann, wenn Entscheidungen praktisch schon gefallen sind.
Dritter Schritt: Mitgestaltung. Dort, wo Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, sollen sie dies in geordneten Strukturen erledigen können: durch Beiräte, Arbeitsgruppen, runde Tische oder beratende Ausschüsse, schlägt Meine vor.
Von CHRISTIAN REUTER
Quellenangabe: Altmark Zeitung vom 06.07.2026, Seite 4
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