Südlich von Schmölau soll eine Anlage auf einer Gesamtfläche von 41,5 Hektar errichtet werden. Neben den Modulen wird ein Batteriespeicher gebaut.
#Dähre. Der Gemeinderat Dähre hat in seiner jüngsten Sitzung sein Okay für den Bau eines mehr als 40 Hektar großen Solarparks südlich von Schmölau gegeben. Mit dem mehrheitlich angenommenen Billigungs- und Veröffentlichungsbeschluss zum vorzeitigen vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Zweiter Solarpark Schmölau“ wurden die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau der großflächigen Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher geschaffen.
Konkret billigte der Gemeinderat den Entwurf des Bebauungsplans. Heißt: Die Anlage wird definitiv gebaut. Es gibt aber noch die Möglichkeit für Gemeinde, auf die konkrete Umsetzung Einfluss zu nehmen. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Planungsunterlagen öffentlich auszulegen und die Behörden sowie Träger öffentlicher Belange erneut zu beteiligen. Damit tritt das Projekt in die nächste Phase des Bauleitplanverfahrens ein.

Geplant ist der Solarpark südlich des Ortsteils Schmölau. Der Geltungsbereich umfasst eine Gesamtfläche von rund 48,5 Hektar. Davon sollen etwa 41,5 Hektar als Sondergebiet für Photovoltaik genutzt werden. Die Flächen werden derzeit intensiv landwirtschaftlich als Acker genutzt. Nach Angaben des Vorhabenträgers, der Solarpark Dähre PV GmbH, wurden sie unter anderem wegen ihrer Nähe zu einem Umspannwerk, vorhandener Netzanschlusskapazitäten, guter Erschließung über Wirtschaftswege sowie vergleichsweise geringer Bodenwertzahlen ausgewählt.
Der Einspeisepunkt befindet sich in günstiger Nähe, wodurch lange Kabeltrassen und zusätzliche Eingriffe in den Boden vermieden werden können.
53,6 Megawattpeak Leistung
Vorgesehen ist eine installierte Leistung von rund 53,6 Megawattpeak. Ergänzt wird der Solarpark durch eine groß dimensionierte Batteriespeicheranlage mit einer Speicherkapazität von etwa 250 Megawattstunden. Diese ermöglicht es, Solarstrom zwischenzuspeichern und zeitversetzt ins Netz einzuspeisen, wodurch die Netzstabilität verbessert und Lastspitzen abgefedert werden können.
Die Anlage besteht aus reihenförmig angeordneten Solarmodulen auf aufgeständerten Metallkonstruktionen, die mittels Rammprofilen im Boden verankert werden. Die Flächen unter den Modulen bleiben unversiegelt und sollen als extensiv gepflegte Mähwiesen oder alternativ für eine Beweidung genutzt werden.
Ergänzt wird die Anlage durch Trafostationen, Wechselrichter, Zähler- und Monitoring-Container, innere Zuwegungen sowie eine Umzäunung. Die maximale Höhe der Modultische ist auf 4,5 Meter begrenzt. Technische Nebenanlagen dürfen in bestimmten Fällen bis zu fünf Meter hoch sein. Kameramasten zur Überwachung können aus Sicherheitsgründen eine Höhe von bis zu zehn Metern erreichen.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Batteriespeicheranlage. Sie besteht aus mehreren Batteriecontainern, Wechselrichtern, Trafostationen und einer Hilfsstromversorgung. Die Speicher sollen nicht nur Solarstrom aufnehmen, sondern perspektivisch auch Energie aus dem öffentlichen Stromnetz zwischenspeichern, um zur Netzentlastung beizutragen.
Nach Angaben des Vorhabenträgers kommen moderne Sicherheitssysteme zum Einsatz. Die Container verfügen über automatische Abschaltmechanismen, permanente Fernüberwachung und aktive Kühlsysteme. Brandtests belegen, dass von einzelnen Containern keine Gefahr für benachbarte Anlagen ausgeht. Zudem wird für den Brandfall eine Löschwasserbereitstellung innerhalb der Anlage vorgesehen.
Neben der Energieerzeugung legt die Planung großen Wert auf ökologische Ausgleichs- und Aufwertungsmaßnahmen. Auf der gesamten Fläche soll regional angepasstes Saatgut eingesät werden, das die Entwicklung artenreicher Grünlandflächen fördert. Ergänzend sind weitere Maßnahmen vorgesehen, um Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere zu schaffen und bestehende artenschutzrechtliche Belange zu berücksichtigen.
Unterlagen liegen aus
Die Bauphase ist zeitlich so geregelt, dass Gehölzbrüter geschützt werden. Eine Baufeldfreimachung ist grundsätzlich außerhalb der Brutzeit vorgesehen. Nach Ende der Bauarbeiten werden temporäre Baustellflächen zurückgebaut und der ursprüngliche Zustand weitgehend wiederhergestellt.
Mit dem gefassten Beschluss werden die Planunterlagen für die Dauer eines Monats öffentlich ausgelegt. Sie sind während dieser Zeit auf der Internetseite der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf sowie im Bauamt der Verbandsgemeinde einsehbar. Bürger haben die Möglichkeit, Stellungnahmen, Hinweise oder Bedenken zum Vorhaben einzureichen.
Von Marco Heide
