Dährer Zehntklässler besuchen das Dokumentationszentrum in der Bundeshauptstadt

Ich bin sehr froh, dass der besondere Abschluss unseres Projektes ,Was ist grenzwertig?’ trotz Corona-Pandemie stattfinden konnte“, zeigt sich Diesdorfs Jugendclubleiter Torsten Neumann erleichtert. Für die 26 Zehntklässler der Dährer Sekundarschule war der Ausflug nach Berlin ein Erlebnis. Und er machte sie stolz. Denn sie durften die Ergebnisse ihrer Arbeit an das Dokumentationszentrum der Stiftung Berliner Mauer übergeben.

Mit Feuereifer beim Projekt dabei

Sie hatten sich intensiv mit dem Leben im einst geteilten Deutschland beschäftigt, Gespräche mit Zeitzeugen geführt, das Gehörte niedergeschrieben, sich künstlerisch mit dem Thema beschäftigt. Für die Jugendlichen eine Ergänzung zum Geschichtsunterricht, und das freiwillig.

Denn Torsten Neumann brachte das FAKIR (Fairplay Altmark Kids Respect)-Projekt, das durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“ gefördert wird, ins Spiel. Denn dieses steht in diesem Jahr unter dem Motto „Erinnerungsorte“. In Katrin Bernickel, Schulsozialarbeiterin an der Sekundarschule Dähre, fand er sofort eine Unterstützerin, aber auch bei Lehrern der Bildungsstätte. Und auch die Zehntklässler waren der Idee gegenüber sehr aufgeschlossen – lebendig erzählte Geschichte prägt sich schließlich besser ein als ein paar Zeilen im Lehrbuch.

Mit Feuereifer stürzten sie sich in die Arbeit, baten Verwandte, ihre Geschichte zu erzählen, lernten Menschen kennen, die ihnen bislang fremd waren. Sie hatten Freude daran, das neue Wissen zu Papier zu bringen.

Solch eine Arbeit zu erhalten, darüber freute sich Dr. Sarah Bornhorst aus der Abteilung Zeitzeugenarbeit des Dokumentationszentrums der Stiftung Berliner Mauer. Diese Institution bearbeitet wissenschaftlich alle Fakten, die sich mit der deutschen Teilung beschäftigen. Normalerweise werde die Zeitzeugenarbeit nur von Wissenschaftlern und deren Studenten vorgenommen, berichtete sie bei der Stippvisite der Schüler in Berlin. Essei etwas Besonderesfür die Arbeit des Dokumentationszentrums, dass sich Jugendliche aus ihrer heutigen Sichtweise mit der Zeugenbefragung zur Thematik deutschdeutsche Teilung auseinandergesetzt haben, geben die Begleiter des besonderen Ausfluges das Gehörte wieder.

„Ich fand es gut, wie Frau Bornhorst die Jugendlichen über ihr Projekt befragt hat. Wir spürten wahres Interesse“, berichtet Torsten Neumann. Die Mitarbeiterin habe das Zusammengetragene als „sehr anspruchsvoll“ gelobt. Zudem habe sie sich über das Kunstwerk gefreut, ein originales Stück Grenzzaun, auf dem die Schülerihre Gedanken und Gefühle zur Teilung zum Ausdruck gebracht hatten.

Ausstellung im Diesdorfer Rathaus geplant

Danach haben die Zehntklässler die Gedenkstätte Berliner Mauer besichtigt. Hier sind auch originale Überreste der legendären einstigen Grenze zu sehen. Schade nur, dass aufgrund der Einschränkungen eine Führung über das Gelände noch nicht möglich gewesen sei, bedauert der Jugendclubleiter. Dafür habe es noch etwas Freizeit gegeben, um „Berliner Luft“ zu schnuppern.

Die Ergebnisse des Projektes werden übrigens ebenfalls bei einer Ausstellung im Diesdorfer Rathaus zu sehen sein. Auch im Archiv des Altmarkkreises sind die Zeitzeugenberichte jetzt zu finden.

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