Dähres Bürgermeister Jan Meine wehrt sich gegen Verleumdungen und Verunglimpfungen seiner Person
Bonese/Dähre – Jan Meine ist seit dem 3. November 2025 als Bürgermeister der Gemeinde Dähre tätig. Dass Politiker heutzutage ein dickes Fell haben und andere Meinungen aushalten sollten, ist allgemein bekannt. Mit Gegenwind müssen Bürgermeister durchgehend rechnen. Doch manchmal geht die Debatte über das Sachliche hinaus und in persönliche Angriffe über. Dagegen hat sich nun Jan Meine gewehrt. In der Gemeinderatssitzung am Mittwoch in Dähre verteidigte er sich gegen Verleumdungen und Verunglimpfungen seiner Person und seines Amtes als Bürgermeister.
In der Gemeinde Dähre sind mehrere Projekte mit Windkraft- und Photovoltaik-(PV-)Anlagen geplant (AZ berichtete). Das passt nicht allen Einwohnern. „Ich stehe auf der Grenze zwischen den berechtigten Interessen unserer Bürger nach Erhalt ihrer Heimat und der notwendigen Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinde“, sagte Meine. Auf dieser Grenze zu stehen, bedeute für ihn, beide Seiten auszuloten, zuzuhören, abzuwägen und manchmal schmerzhafte Kompromisse zu moderieren. „Ich scheue diesen Platz auf der Grenze nicht. Ich bin bereit, die Spannung zwischen PV-Investoren und Landschaftsschützern auszuhalten. Das ist mein politischer Auftrag“, stellte der Bürgermeister klar.
Damit dieses ‚Ausloten auf der Grenze‘ aber funktionieren könne, müssten zwei Bedingungen erfüllt sein. Zum einen dürfte die eigene Meinung nicht absolut gesetzt werden. Meine: „Wer behauptet, er allein besitze die Wahrheit und jeder andere sei korrupt oder unfähig, verlässt den Boden des Friedens.“

„Grenze wurde überschritten“
Weiterhin, und dies betreffe die aktuelle Debatte um seine Person: Es müsse klar sein, „dass es eine Grenze gibt, die nicht überschritten werden darf“. Eine inhaltliche Grenze der Sachlichkeit und eine persönliche Grenze der Integrität.
„In den vergangenen Wochen wurde diese Grenze gegenüber meiner Person und meinem Amt mehrfach überschritten. Es wurden Behauptungen und Unterstellungen gestreut – insbesondere aus dem Umfeld der Bürgerinitiative ‚Keine Windenergieanlagen im Schmölauer Forst‘ –, die darauf abzielen, meine Integrität und Unabhängigkeit infrage zu stellen“, führte der Bürgermeister aus.
Dabei gehe es vor allem um die berufliche Vergangenheit von Jan Meine im Energiesektor. Er habe sich zu seinem Werdegang bereits in persönlichen Gesprächen ausführlich erklärt. Wer Transparenz fordere, müsse auch bereit sein, die Fakten zu akzeptieren, wenn sie auf dem Tisch liegen.
Dass der Bürgermeister Fachwissen aus dem Energiesektor mitbringe, sehe er nicht als einen Makel oder einen Interessenkonflikt an, sondern als eine Qualifikation für die komplexen Aufgaben, vor denen die Gemeinde stehe. „Die Versuche, aus alten Firmenkonstellationen und beruflichen Stationen von vor fast einem Jahrzehnt einen Strick zu drehen, entbehren jeder sachlichen Grundlage. Hier wird nicht nach Wahrheit gesucht, sondern nach Munition für eine Vorverurteilung“, betonte Meine. Es werde versucht, die Grenze des Respekts einzureißen, „um meine Identität und mein Amt zu beschädigen“.
Keine Zeit für Schlammschlachten
Der Bürgermeister sei bereit für den harten Diskurs auf der Grenze der Sachfragen. Allerdings sei er nicht bereit, seine Zeit und die Energie der Verwaltung für die Abwehr von Schlammschlachten zu opfern. „Jede Stunde, die wir mit der Entkräftung falscher Behauptungen verbringen, fehlt uns für den Haushalt, für die Feuerwehren, für unsere Kitas und für unsere Vereine. Es muss jetzt ‚gut sein‘ mit den persönlichen Angriffen, wenn inhaltlich alles gesagt ist“, stellte Meine klar.
Eine wache, kritische Bürgerschaft sei ein hohes Gut. Dass Menschen sich für ihr Lebensumfeld engagieren, sei demokratisch gewollt und von Meine geschätzt. Kritik an der Sache – ob an Windrädern oder am Flächennutzungsplan – sei legitim und notwendig.
Aber: „Ich werde diese Art der persönlichen Verunglimpfung nicht länger klaglos hinnehmen. Meine Tür steht offen für inhaltliche Argumente – für persönliche Diffamierungen ist sie ab heute geschlossen“, beendete der Bürgermeister seine Erklärung.
Von CHRISTIAN REUTER
Quellenangabe: Altmark Zeitung vom 10.04.2026, Seite 5
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