Kritiker Frank Schulz stimmt zu / Rat ebnet Weg für „Solarpark Schmölau und Holzhausen“
#Bonese / #Dähre – In der Gemeinde Dähre wird der „Solarpark Schmölau und Holzhausen“ geplant. Das Projekt soll auf zwei Teilflächen, die bisher landwirtschaftlich genutzt werden, mit einer Gesamtgröße von etwa 25 Hektar entstehen.
Am Dienstagabend hat der Gemeinderat mehrheitlich den Billigungs- und Veröffentlichungsbeschluss zum Entwurf des vorzeitigen vorhabenbezogenen Bebauungsplanes beschlossen. Während der Ratssitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Bonese wurde allerdings deutlich, dass allein vonseiten der Gemeinde noch einige Änderungen am Entwurf gewünscht werden. Dafür ist die Auslegung des Beschlusses auch vorgesehen.
Der Planung ist zu entnehmen, dass die BRP Buß Regenerative Projekte GmbH (ehemals Buß Solar GmbH) im Zuge der Energiewende beabsichtigt, in den Dährer Ortsteilen Schmölau und Holzhausen eine Photovoltaik-Freiflächenanlage zu errichten. Planungsbüro ist die Enviro-Plan GmbH mit Sitz in Odernheim, Projektentwickler die BRP Buß Regenerative Projekte GmbH aus Borken. Als Vertreter der Firmen nahmen Malte Mücke, Projektmanager Region Ost bei BRP Buß, und Henrik Illing von Enviro an der Ratssitzung am Dienstag teil und beantworteten Fragen der Ratsmitglieder.
Noch Änderungen am Entwurf gewünscht
Vor der Beschlussfassung hatte Ratsherr Frank Schulz so einiges an der Planung auszusetzen. Unter anderem kritisierte er die Abstände von der PV-Anlage zu Wegen oder zum Wald als zu gering. Mücke sagte, dies könne daran liegen, dass auf einem A4-Blatt schlecht zu erkennen sei, wie die genaue Planung aussieht. Auf einer digitalen Ansicht könne alles viel näher herangezoomt werden.
Die Antwort befriedigte Schulz nicht. „Aus feuerwehrtechnischen und biologischen Gründen würde ich dem nicht zustimmen“, sagte er. Mit den biologischen Gründen meinte er den Wildwechsel, der beim Festhalten an der Planung nicht mehr erfolgen könne. „Einen Zaun kann man auch unterbrechen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, pflichtete ihm ein anderer Ratsherr bei.
„Wenn da noch Wünsche und Einwände kommen, werden die auch berücksichtigt“, erklärte der Planer. Scholz hakte nach: „Die Feuerwehr muss da durchfahren und Leute entlanglaufen können.“ Und er stellte klar: „Entweder muss dort eine Gasse hinkommen, oder Ihr kriegt meine Stimme nicht.“ Es müsse eine Lösung gefunden werden.
„Ich nehme auf jeden Fall Ihre Meinung und berechtigte Sorge mit und denke, dass wir noch auf Wünsche und Bedenken eingehen können“, sagte Mücke. Nicht nur Schulz, sondern auch anderen Ratsmitgliedern schien nicht klar zu sein, dass es am Dienstag lediglich um den Billigungs- und Veröffentlichungsbeschluss zum Entwurf des vorzeitigen vorhabenbezogenen Bebauungsplanes ging.
Nach der Veröffentlichung des Beschlusses bleiben noch 30 Tage Zeit, um Einwände vorzubringen. Das Recht dazu haben die Bürger und natürlich auch alle Ratsmitglieder.
Ratsherr Helmut Stade, der auch Mitglied der Bürgerinitiative „Keine Windenergieanlagen im Schmölauer Forst“ ist, sagte: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand nur 16 Meter von seinem Haus entfernt einen Zaun, der 2,50 Meter hoch ist und mit Stacheldraht obendrauf, haben möchte.“
Stade: „Es gibt andere Flächen“
Es gebe doch noch andere Flächen in der Gemeinde, die für einen Solarpark genutzt werden könnten. Man könne nur Flächen von Pächtern nehmen, und es müsse ein Einvernehmen zwischen Investor und Pächtern geben, erklärte ihm ein Ratskollege. Schließlich wurde der Beschluss mit großer Mehrheit gefasst, selbst Schulz stimmte zu. Es gab nur eine Nein-Stimme.
Von CHRISTIAN REUTER
Quellenangabe: Altmark Zeitung vom 02.07.2026, Seite 4
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