Dährerin möchte mit farbigen Mund- und Nase-Bedeckungen Optimismus verbreiten

Hilfe in schwierigen Zeiten: Eine Dährerin nähte für Patienten und Mitarbeiter des Dialysezentrums Prignitz-Perleberg insgesamt 250 Mund- und Nase-Bedeckungen.

 

Anika Vierke aus Dähre hat in ihrer Freizeit Mund- und Nase-Bedeckungen für Patienten und Mitarbeiter des Dialyse-Zentrums Prignitz-Perleberg genäht. Foto: Anke Pelczarski VOLKSSTIMME

Dähre/Perleberg l Wer kranke Nieren hat, muss auch in Corona-Zeiten weiter zur Dialyse. Doch auch in den Praxen ist es nicht so einfach, an Mund-Nase-Schutz heranzukommen. Dieser bietet zwar keine 100-prozentige Sicherheit vor dem neuartigen Virus, aber kann durchaus etwas abdämpfen.

Doch wie an solche Helfer aus Stoff herankommen? Dr. Willi Grunewald, der im Dialysezentrum Prignitz-Perleberg arbeitet und in einem Dährer Ortsteil lebt, und seine Frau Karin hatten eine Idee: Sie fragten Anika Vierke aus Dähre, die in ihrer Freizeit gern mit ihrer Nähmaschine kreativ ist. „Sie hat gleich Ja gesagt, als wir unser Anliegen vorgetragen haben“, bedankt sich Karin Grunewald für das Engagement. Denn es sei in der gegenwärtigen Zeit besonders wichtig, sich darauf zu besinnen, sich gegenseitig zu helfen. Und wenn dann Mitmenschen ihre speziellen Fähigkeiten wie das Nähen-Können mit einbringen, sei das eine prima Sache.

Anika Vierke möchte eigentlich kein großes Aufheben um ihre Hilfe. „Ich war am Anfang etwas skeptisch, ob ich wirklich helfen kann. Denn es sind keine medizinischen Masken, die ich nähen kann“, schildert die Dährerin.

Im Internet hat sie das für sie praktikabelste Schnittmuster rasch gefunden. Das Nähen müsse leicht von der Hand gehen, die Bedeckungen gut abschließen, waren ihre Anforderungen. Die Dährerin hatte auch noch geeigneten Baumwollstoff zu Hause. „Ich habe erstmal an Material alles aufgebraucht, was da war. Dadurch sind die ersten Exemplare recht bunt geworden“, erzählt Anika Vierke, fügt aber mit einem Lächeln hinzu: „Die Farbe kann auch Optimismus verbreiten.“

 

Ehemann dreht den Kupferdraht

Sogar ihren Mann Enrico habe sie in das Näh-Vorhaben einbezogen: Dieser habe den mehrfach ummantelten Kupferdraht auf die erforderliche Länge geschnitten und zusammengedreht, sodass er, im Stoff vernäht, über der Nase den erforderlichen Halt biete. „Dieses Material rostet nicht, kann auch mit gewaschen werden“, begründet die Dährerin. Mehrere Nächte habe sie an der Nähmaschine gearbeitet, um die gewünschten Mund- und Nase-Bedeckungen für das Dialysezentrum in Perleberg zu fertigen. Tagsüber benötigt sie die Zeit, um ihre Tochter zu betreuen, die in Zeiten des grassierenden Coronavirus‘ „auch zur Risikogruppe gehört“. Diese hat übrigens ein „Bügelperlen-Tagebuch“ geschrieben, weil der Grundschulbesuch derzeit nicht möglich ist. Die Ergebnisse schmücken den Zaun um das Häuschen in Dähre.

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